Man hat mir übrigens erzählt, dass die nach der Revolution von 1989 arbeitslos oder bedeutungslos gewordenen Parteichargen in einer geschlossenen Seilschaft zur staatlichen Fernmeldegesellschaft Romtelekom gewechselt sind. Fernmeldespezialisten waren ja zur Genüge darunter, und Bespitzelungen sind ja auch bei der Deutschen Telekom nicht unwillkommen. Ich weiß nicht, ob es sich um freiwillige oder unfreiwillige Ironie handelt, wenn bei den Romtelekom-Werbepostern häufig ein Mann im typischen schwarzen Geheimagenten-Anzug zu sehen ist – umgeben von ganz vielen bunten Smileys und so weiter. Denn die staatliche Romtelekom ist natürlich auch schon im Spaß-Teletubbie-Zeitalter angekommen.
Doch auch der Name ist geblieben. Ich habe schon einige Private Schlägeragenturen gesehen, die sich “Securitate” nennen. Ein klassischer Fall für die Übersetzungswissenschaft: wörtlich übersetzt ist der Name nicht ungeeignet: “Sicherheit”. Bezieht man aber einen historisch-kulturellen Hintergrund mit ein, wird es brenzlig. Oder wie sonst würde man einen Sicherheitsdienst in Deutschland finden, der sich “Stasi” oder “Gestapo” nennt?
Februar 3, 2011 at 3:10 am
Krass! So eine Story hätte ich absolut nicht für möglich gehalten