Verträumt schlendre ich am Fluss entlang nach Hause. Der Frühling ist da. Die Sonne scheint. Flaneure überall auf den Uferwegen.

Eben diskutierte ich noch mit einer Bekannten über die Seinsweisen des Habens und Seins, nach Fromm. Dachte an das dort zitierte japanische Gedicht vom wandernden Mönch, der eine Blume am Wegesrand sieht und sie betrachtet, innerlich eins wird mit ihr und weiterzieht, den Keim der Schönheit im Herzen mit sich tragend. Wie roh, wie brutal dagegen unsere Kultur, wie in dem bei Fromm dagegengestellten Goethe-Gedicht, wo die schöne Blume gleich gebrochen wird.

Den Uferweg zieren Weiden, die erste Weidenkätzchen sehen lassen. Ganz in Gedanken zücke ich mein Taschenmesser und schneide mir einen kleinen Strauß – wie schön werden sie sich auf meiner Fensterbank machen. Erst als ich mein Messer wieder zuklappe, wird mir klar, was ich da gerade gemacht habe.

Es gibt kein richtiges Leben im falschen!